Von Paulus Adelsgruber
Das staatliche Flüchtlingsheim in der Bezirksstadt Donduseni ist nicht nur für die Bewohner ein Glücksfall in diesen schweren Tagen. Mit so einer Offenheit und positiven Stimmung hatten wir an einem Ort wie diesem nicht gerechnet. Die Geflüchteten (auch hier vor allem Frauen mit Kindern) stellten sich beinahe an, um mit uns in Kontakt zu kommen und fotografiert zu werden.
Derzeit leben 70 Menschen im Heim, davon sind 50 schon lange hier und die restlichen 20 Plätze wechseln häufig. Die Verpflegung wird drei Mal täglich von einem örtlichen Restaurant geliefert, bezahlt von der NGO HelpAge. Reparaturen am Gebäude, das mal ein Verwaltungsgebäude eines Stromversorgers war, wurden von Acted finanziert. Der Faktor Winter trägt dazu bei, dass so manche jetzt mal abwarten und hierbleiben. Das Heim bietet sieben permanente Arbeitsplätze, darunter auch für zwei Ukrainerinnen.
Das Herz der Unterkunft ist Heimleiterin Angela Cara, die zuvor im Verwaltungsarchiv der Stadt arbeitete und für den neuen Posten abgestellt wurde. Sie wird aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft von den Bewohnern geradezu hymnisch verehrt. Die geografische Verteilung ihrer Verwandtschaft zeigt ein bei vielen Moldauern bekanntes Bild – sie reicht von Italien, Deutschland, Belgien, Irland bis Kanada.